TAKTSTRICHE

Von Taktstrichen, Rubati und ‹sinfonischen Pedalen›

Mario Venzago im Gespräch mit Thomas Gartmann über das Dirigieren von Robert Schumann Symponien.

THOMAS GARTMANN: Taktstriche ziehe Schumann bewusst sehr schwach, fast ängstlich, und in seinen Autographen bedränge er sie auch geradezu, bringe sie zum Verlöschen. Sind  Taktstriche also nur ein notwendiges Orientierungs-Übel?
Heinz Holliger hat einmal sogar gesagt , der Taktstrich sei für Robert Schumann «geradezu ein Martyrium»

MARIO VENZAGO: Bei meinen Einstudierungen habe ich stets gefordert, taktstrichfrei zu musizieren. Schumann ist einer der ganz wenigen Komponisten, wo die Taktstriche in der Tat stören. Die Melodien sind vom Gesang her empfunden, und da der Taktstrich ja auch einen Takt, etwas Durchgehendes, Starres, einen Raster, initiiert, muss man sagen, dieser Raster ist bei Schumann zumindest sehr frei zu behandeln, mit Rubati.»

Ganzes Interview (PDF)